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Häufig gestellte Fragen
- 01Eine FGK eignet sich für viele Situationen, in denen mehrere Menschen beteiligt sind und Entscheidungen gebraucht werden. Sie funktioniert besonders gut, wenn Familien bereit sind, gemeinsam Lösungen zu entwickeln. In akuten Gefährdungslagen entscheidet das Jugendamt zuerst über die Sicherheit, danach kann eine FGK hilfreich sein.
- 02Die Familien-Gruppen-Konferenz ist das Treffen, bei dem Familie und Umfeld zusammenkommen. Der Familien-Gruppen-Plan ist das Ergebnis dieses Treffens. Er hält fest, wer was wann übernimmt und wie die vereinbarten Schritte umgesetzt werden.
- 03Die/Der fallführende Fachkraft bringt fachliche Informationen ein, beschreibt die Situation und verfasst ihre/seine Mindestanforderungen an einen Plan, die sogenannte Sorgeformulierung. Am Ende stellt sie/er sicher, dass der Plan der Familie rechtlich und fachlich sicher ist. Sie/Er unterstützt den Prozess, übernimmt aber nicht die Entscheidung. Die Verantwortung für den Plan bleibt bei der Familie und ihrem Kreis.
- 04Die Familie und ihr Kreis setzen den Plan im Alltag um. Alle wissen, wer was wann übernimmt. Nach einer vereinbarten Zeit findet eine Überprüfung statt, bei der geschaut wird, was gut läuft und was angepasst werden muss. Bei Bedarf kann eine Folgekonferenz organisiert werden.
- 05Die/Der Koordinator*in ist unabhängig vom Jugendamt und begleitet den gesamten Prozess. Der Fokus liegt auf dem "Hier und jetzt" und das was nötig ist zur Verbesserung der Situation, ist also zukunftsgerichtet. Dabei ist die koordinierdende Person ausnahmslos organisatorisch, nicht inhaltlich tätig. Sie ist dafür da, dabei zu unterstützen, den größt möglichen Kreis zusammenzubringen. Sie erklärt am Telefon/ beim Besuch allen den Ablauf, bereitet die Konferenz vor. Sie sorgt dafür, dass alle Beteiligten gut informiert sind und während des Organisationsprozesses alle auf dem neusten Stand sind. Am Konferenztag selbst zieht sich die Koordination nach der Informationsphase zurück, aber bleibt abrufbar in der nächsten Umgebung und achtet darauf, dass der Rahmen des Treffens sicher bleibt. Die Familie und die anderen Beteiligten haben dann ihre sogenannte Familienzeit. Anschließend gibt die Familie das Zeichen, das die Beratungs- und Planungszeit vorbei ist und rufen die Koordination wieder rein. Nun stellt die Familie oder Personen aus dem familiären Netzwerk den entwickelten Plan vor. Die Koordination prüft zusammen mit Familie und den Beteiligten, ob der Plan konkret genug und sicher ist. Am Ende unterschreiben alle Anwesenden den Plan, den sie mittragen wollen. Abschließend lässt die Koordination jedem den erarbeiten Plan schriftlich zukommen und ist für Rückmeldungen und einer eventuellen Folgekonferenz ansprechbar.
- 06Die Grundidee ist leicht verständlich, aber die Umsetzung braucht Übung und eine unabhängige Koordination. Die Koordinator*innen-Ausbildung stellt sicher, dass alle Schritte fachlich sauber durchgeführt werden und der Kreis einen sicheren Rahmen erhält.
- 07Du kannst dich an das für Dich zuständige Jugendamt wenden und fragen, ob es dort bereits das Verfahren der FGK gibt. Wenn nicht kannst du dich direkt an uns wenden. Gemeinsam klären wir, ob eine FGK zu deiner Situation passt und was dein nächster Schritt ist und wie wir dich unterstützen können. Wenn du zustimmst, versuchen wir dich mit einer Koordinator*in zusammen zu bringen, die den Prozess mit dir vorbereitet. Allerdings müssen wir einschränkend sagen, das wir uns momentan im Aufbau eines Pools für Koordinator*innen befinden.
- 08Im Grunde ja. Im deutschsprachigen Raum wurde bei einem Netzwerktreffen in Berlin beschlossen, in Deutschland den Begriff "Familienrat" zu verwenden. Unser Verein Vestrum e.V. benutzt weiterhin den Begriff "Familien- Gruppen- Konferenz" (wie das Original aus Neuseeland; family group conference), um den Mehrwert der losen Gruppen aus Freund*innen, (ex-)Nachbar*innen, Bekannten, Kolleg*innen und anderen Wegbegleiter*innen und Herzensmenschen zu betonen. Das Entscheidungsfindungsverfahren macht durch diese Menschen den Unterschied, der Kreis erweitert sich um viele Unterstützer*innen. Darum betonen wir diese Gruppen immer und holen sie ins Bewußtsein. Auch wenn wir gerne einen griffigeren Begriff hätten.
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